Seeigel, Acrocidaris nobilis (Agassiz, 1840)
Seeigel, Acrocidaris nobilis (Agassiz, 1840)
Art.-Nr. GC-0014
Formation: Günsberg-Formation, Bifurcatus-Zone
Zeitalter: Malm, oberes mittlere bis späte Oxfordium
Alter: Ca. 157-163 Millionen Jahre
Beschrieb: Sehr selten, top erhalten und aufwändig präpariert
Stufengrösse: L 130 x B 30 x H 80 mm
Durchmesser Seeigel: 32 mm
Fundort: Reuchenette, Kt. Bern, Schweiz
Fundjahr: 1988 (Der Fossiliensucher ist leider verstorben, er hatte eine der besten Reuchenette-Sammlungen der Schweiz)
Bei Acrocidaris nobilis (Agassiz, 1840) aus Reuchenette (Kanton Bern, Schweiz) handelt es sich um eine besonders faszinierende und bei Fossiliensammlern geschätzte Art eines ausgestorbenen, regulären Seeigels aus dem Jura (konkret aus der Reuchenette-Formation der Oxfordium- bzw. Kimmeridgium-Stufe, also rund 157-163 Millionen Jahre alt).
Normalerweise zerfallen Seeigel nach ihrem Tod sehr schnell in ihre Einzelteile, sodass man meist nur isolierte Schalenplatten findet. Exemplare aus Reuchenette sind jedoch oft spektakulär vollständig auf der Matrix erhalten.
Die feine Skulpturierung der Schalenplatten und die charakteristischen Warzen, an denen die Stacheln gelenksartig saßen, sind makellos erhalten.
Die Art wurde 1840 von dem berühmten schweizerisch-niederländischen Paläontologen und Geologen Louis Agassiz wissenschaftlich beschrieben, der einen Großteil der Schweizer Fossilienforschung prägte.
Der Schweizer Jura (und speziell die Schichten rund um Reuchenette/Court) ist weltweit bekannt für seine oberjurassischen Ablagerungen (Malm), die ein früheres flaches, tropisches Flachmeer repräsentieren. Acrocidaris nobilis gilt hierbei als herausragender Repräsentant der fossilen Echiniden-Fauna (Seeigel) dieser Epoche.
Als Vertreter der Regularia besitzt Acrocidaris nobilis eine radialsämtliche, fast perfekt runde oder pentagonale Symmetrie, bei der Mund und Anus exakt gegenüberliegen.
Das Fossiliensuchverbot in La Reuchenette (Péry-La Heutte)
Das Gebiet im Klus von La Reuchenette (heute zur Gemeinde Péry-La Heutte im Berner Jura gehörend) ist historisch weltbekannt für seine reiche Fossilien- und Mineralienvielfalt – insbesondere wegen der dortigen Schichten aus dem Oberen Jura (Malm), die unter anderem wunderschöne versteinerte Seeigel und Coelestinkristalle hervorgebracht haben.
Die berühmten Steinbrüche in La Reuchenette (unter anderem betrieben von der Ciments Vigier SA) befinden sich auf privatem beziehungsweise industriellem Gelände.
Aktive und ehemalige Industriegelände bergen massive Gefahren durch steile Felswände, Steinschlag und schwere Maschinen. Ein unbefugter Zutritt stellt ein hohes Sicherheitsrisiko dar.
Das Betreten der Steinbrüche und des Geländes ist für die Öffentlichkeit schon seit langem gesperrt und verboten. Illegales Suchen nach Fossilien oder Mineralien wird dort als Hausfriedensbruch gewertet.