Seeigel, Glypticus hieroglyphicus (GOLDFUSS, 1826)
Seeigel, Glypticus hieroglyphicus (GOLDFUSS, 1826)
Art.-Nr. GC-0016
Formation: Günsberg-Formation, Bifurcatus-Zone
Zeitalter: Malm, mittleres Oxfordium
Alter: Ca. 157-163 Millionen Jahre
Beschrieb: Sehr selten in dieser Grösse, top erhalten und aufwändig präpariert
Stufengrösse: L 105 x B 70 x H 65 mm
Durchmesser Seeigel: 32 mm
Fundort: Reuchenette, Kt. Bern, Schweiz
Fundjahr: 1989 (Der Fossiliensucher ist leider verstorben, er hatte eine der besten Reuchenette-Sammlungen der Schweiz)
Das Besondere an Glypticus hieroglyphicus aus Reuchenette (Kanton Bern, Schweiz) ist eine Kombination aus paläontologischer Seltenheit, dem Alter des Fundorts und der charakteristischen Optik dieses fossilen Seeigels:
Bei Glypticus hieroglyphicus handelt es sich um eine klassische Art fossiler, regulärer Seeigel aus der Epoche des Oberjura (ungefähr Oxfordium-Stufe, vor rund 157 bis 163 Millionen Jahren). Die Schichten in der Region um Péry-Reuchenette im Schweizer Jura sind international bekannte Fundstellen für Fossilien aus dieser Zeit.
Das Artepitheton hieroglyphicus (abgeleitet von Hieroglyphen) verdankt der Seeigel seinem außergewöhnlichen und kunstvoll wirkenden Muster auf der Schale. Die Kalkplatten des kleinen, meist nur etwa zwei bis drei Zentimeter großen Gehäuses besitzen fein eingravierte, komplexe Rillen- und Warzenstrukturen. Unter Sammlern gilt dieses filigrane Muster als echte ästhetische Besonderheit.
Die Kalksteinschichten des Berner Juras (oft in der sogenannten Rauracien-Fazies) ermöglichen es, dass solche kleinen Stachelhäuter manchmal in einem erstaunlich detailreichen Zustand überliefert werden, sodass die feinen Poren und Skulpturen der Schale nach der Präparation perfekt sichtbar bleiben.
Das Fossiliensuchverbot in La Reuchenette (Péry-La Heutte)
Das Gebiet im Klus von La Reuchenette (heute zur Gemeinde Péry-La Heutte im Berner Jura gehörend) ist historisch weltbekannt für seine reiche Fossilien- und Mineralienvielfalt – insbesondere wegen der dortigen Schichten aus dem Oberen Jura (Malm), die unter anderem wunderschöne versteinerte Seeigel und Coelestinkristalle hervorgebracht haben.
Die berühmten Steinbrüche in La Reuchenette (unter anderem betrieben von der Ciments Vigier SA) befinden sich auf privatem beziehungsweise industriellem Gelände.
Aktive und ehemalige Industriegelände bergen massive Gefahren durch steile Felswände, Steinschlag und schwere Maschinen. Ein unbefugter Zutritt stellt ein hohes Sicherheitsrisiko dar.
Das Betreten der Steinbrüche und des Geländes ist für die Öffentlichkeit schon seit langem gesperrt und verboten. Illegales Suchen nach Fossilien oder Mineralien wird dort als Hausfriedensbruch gewertet.